Rezensionen/Artikel/Liebesbriefe

30. Mai 2017

Karin Braun über »In der Nachbarschaft«

 

Aus der Reihe Verstreute Gedichte ist nun ein kleines, feines Heft mit einigen Werken von Benedikt Maria Kramer entstanden. Der Gonzo Verlag hat überhaupt so einiges zu bieten, also einfach mal längs gucken und kaufen was das Zeug hält. Doch zurück zu In der Nachbarschaft und zu Benedikt Maria Kramer.

Vor einiger Zeit habe ich bereits seinen Gedichtband Glücklich sein ist was für Anfänger hier besprochen und auch von diesem kleinen Bändchen bin ich begeistert, es hat nur einen Fehler: Es sollte länger sein. Es macht Spaß Benedikts Nachbarschaft durch seine Augen kennenzulernen. Albi, Kai, Hugo und die anderen, die dem Autoren im Alltag begegnen, sind einem vertraut, sie sind nicht ortsgebunden, beim Lesen fielen mir einige Gestalten aus meinem Umfeld ein, die ihnen entsprechen. Benedikt Maria Kramer beherrscht die Kunst mit wenigen Worten ein komplexes buntes Bild entstehen zu lassen, in dem auch die Grau- und die Schwarztöne nicht vernachlässigt werden.

6. Mai 2017

Sarah Beicht über »In der Nachbarschaft«

 

/ Mai 6, 2017

Ich bin ein Mensch. Wenn es draußen warm ist, schwitze ich, und wenn es kalt ist, friere ich. Deshalb wohne ich in einem Haus. Und dieses steht, auch wenn ich misanthropisch bin und mir das vielleicht nicht gefällt, in einer Straße, in der vielleicht ganz viele andere misanthropische Menschen leben und meine Anwesenheit ebenso ablehnen wie ich ihre. Die nennt man dann Nachbarn. Aber genug von meinen verqueren Vorstellungen von Nachbarschaft.

 

Wenn viele Menschen auf engem Raum, wie eben einer Straße oder gar einem Mehrparteienhaus, zusammenkommen, dann wird es nie langweilig. Den ganzen Tag hört man irgendwelche kuriosen Geräusche und man fragt sich, wer das nun genau ist, der da sonntagnachmittags immer auf dem Balkon den Staubsauger laufen lässt. Um solche Fragen und Begegnungen geht es in Benedikt Maria Kramers „In der Nachbarschaft“, aus der Reihe der Verstreuten Gedichte. Gleich zu Beginn wird mit „Gut“ die Stimmung für den ganzen Gedichtband gesetzt. „Uns geht es gut/in den Städten und auf dem Land.“ lauten da die ersten beiden Verse, nur um das Gedicht mit “ Nachts im Bett denken/wir an Menschen, die wir lieben./Wir schlafen ein./Wir schlafen gut.“ zu schließen. Hier geht es zunächst um das Leben in einem solchen Haus, um Alltäglichkeit, vielleicht auch um die Einsamkeit, umringt von anderen Menschen, denen es doch genauso geht. Doch im Grunde geht es uns ja gut, es gibt keinen Anlass zu klagen, uns geht es gut, und „Wenn sie uns fragen,/sagen wir es laut“. Aber natürlich ist man nicht alleine, zu unseren Nachbarn gehören „Heini“, „Alibi“, „Kai“ oder „Hugo“, die alle vor sich hin brödeln und deren Geschichte Raum in je einem eigenen Gedicht findet. Der eine überlegt, sich von einer Brücke zu stürzen, der zweite spielt gerne mit Worten und von „Heini“, weiß man gar nicht, ob er überhaupt noch dort wohnt, in seiner wasserschädigen Wohnung.

 

Jedes Gedicht schenkt diesen illustren, nachbarlichen Prototypen Aufmerksamkeit, Detailgetreue und Anerkennung. Es sind diese Figuren, denen wir im Treppenhaus begegnen und uns fragen, was eigentlich hinter ihren Wohnungstüren geschieht. Mit „In der Nachbarschaft“ trennen wir uns nicht mehr mit einem gelangweilten Nicken im Hausflur, sondern tauchen ein in diese Leben von Menschen, mit denen wir ein Viertel, eine Straße, ein Dach teilen und entdecken, dass wir vielleicht doch gar nicht so anders sind, als die Menschen, denen wir im Treppenhaus begegnen. Ein wunderbarer Gedichtband über das tägliche Leben Tür an Tür mit …

 

 

 

 

 

 

Januar 2017

Bald in der Reihe "Verstreute Gedichte" im gONZo-Verlag:

2. Dezember 2016

Susann Klossek & Benedikt Maria Kramer im Interview mit vitaltransformer

© Roman Maeder // Der Mann im gelben Kleid
© Roman Maeder // Der Mann im gelben Kleid

17. November 2016

Pierroz auf vitaltransformer.ch:

 

Kopfüber hing die dralle Venus…..

Mit einer atemberaubenden Sinnlichkeit und diesem beinah zeitgleich im Rückspiegel reflektiv abgeklärten Blick, eröffnen Susann Klossek und Benedikt Maria Kramer den lyrischen Dialog ihrer gemeinsam verfassten Dichtung: “Der Mann im gelben Kleid”.

Bis weit über die Hüften waten wir Leser in der Ursuppe menschlicher Gefühlsmomente, Irrungen und Wirrungen. Sehr treffend werden die kommenden Lesungen von Klossek und Kramer, als “Performance der Befindlichkeiten” angekündigt.

Diese Befindlichkeiten regnen ohne eine Ordnung und fairerweise auch ohne Wertung auf den Leser nieder. Sehnsüchte, Albträume und Phantasien aller Arten und Unarten, wachsen und wuchern in den meist nächtlichen Dichterhimmel, um im postmodernen Alltagsmorgen zu zerschellen. Von Seite zu Seite sterben wir gemeinsam tausend glückliche und unglückliche Tode: unheilsschwangere Kreise schliessen und öffnen sich bis ins Unendliche.
Viel nackter Wahnsinn blinzelt uns zwischen den Zeilen zu… Immer wieder anders, immer wieder neu, aussichtslos und doch unwiderstehlich.

So kaputt die Situation und verloren die Positionen sind, so verschroben und krank der Einzelne sich selbst oder seine Umwelt schildert, um so kräftiger und stärker wirkt aus dieser Müllhalde des Menschlichen das Lebendige und Unverwüstliche heraus. So ist dieses Liebeslied an die Hoffnungslosigkeit in ihrem Kern zwar kein Votum für die Menschheit als Ganzes, jedoch eines für das einzelne Individuum und eine Verneigung vor dessen turbokreativen nicht auszubremsenden Naturell. (…zwar im freien Fall befindlich, aber scheissdrauf !)

Es dauert ein paar Seiten bis mir klarer wird was von Klossek getextet und was Kramers Schreibe ist und auch da tun sie sich keinen sonderlichen Zwang der Geschlechtsspezifizierung an, sie leben und entwerfen eine Afterparty der Postmoderne nach ihrem eigenen Gusto und stellen uns eine Vision eines Lebens ausserhalb gesellschaftlicher indoktrinierter Konditionierungen und Zwangsvorstellungen hin.

 

Die Szenerien, die in diesem Buch als eine Gegenwartsvorstellung entstehen, ist eine Welt die auf dem Kopf steht, ein Unding, das Abbild einer Deformierung und darum auch so faszinierend. Wäre sie das nicht, wäre es die Schreibe auch nicht oder umgekehrt.

Als Leser ist es ein Genuss und pure Freude an dieser Achterbahnfahrt der beiden Lyriker und den neuen aus dieser einzigartigen Konstellation entstehenden Befindlichkeiten teilzunehmen: Ein Genuss zu erleben, wie sie sich provozieren, herausfordern, Fallen stellen, sich ohrfeigen, in Abgründe stossen, sich wieder heraushelfen, sich ineinander verlieben und verschmelzen, um sich ein paar Zeilen später wieder hasserfüllt voneinander wegzustossen.

 

Es ist eine widerständiges Paket Lyrik und es wird mir warm ums Herz, weil mich danach hungert. Jede Silbe ist Ausdruck prallen Lebens. Der Mann im gelben Kleid ist ein unvermeidlicher Lesestoff und es ist mir bewusst, dass ich durch diese Lektüre Teil einer subversiven Handlung geworden bin.

Wir werden dieses “Hohelied der Flughunde”, wie das Werk im Untertitel benannt ist, als eine Leseperformance erleben und ich finde der Gedanke reizvoll diesen starken Tubak, vielleicht in einem Jahr oder so, in einer Hörspiel – oder Theaterfassung wieder neu entdecken und geniessen zu dürfen; warten wir’s ab.

 

Der Mann im gelben Kleid: erschienen im Freiraum-Verlag

kommende Performances:

19.11. Lokalhelden in Augsburg DE
5.12. Kunstsanatorium 16b Zürich
6.12. Clubraum Rote Fabrik Zürich
7.12. Kunstraum Reinart Neuhausen am Rheinfall

23. September 2016

Marvin Chlada:

 

Unter dem Titel "Glücklichsein ist was für Anfänger" ist im Wiener Songdog-Verlag ein Gedichtband des Augsburger Autors, Musikers und Filmemachers Benedikt Maria Kramer erschienen, den ich hiermit nachdrücklich empfehlen möchte. "Ich bin ein kleines Mädchen / in Ballettschuhen", heißt es da im ersten Gedicht (S. 11), womit sowohl die Perspektive als auch die Atmosphäre der folgenden Seiten gesetzt sind, die bereits den „Sinn“ und die Bedeutungsebene des Buchtitels relativieren, der auf den ersten Blick noch eindeutig schien. Alle Lust will Ewigkeit und Kramer legt in seinen bildhaften Texten mitunter glänzend formulierte Momentaufnahmen dieses Willens vor: „Ich wünschte, ich wäre / in so ner Bretterbude / irgendwo da unten / im Mississippidelta. / In meinem Gesicht / die Glocken einer / schwarzen Mama. / Ich hätte keine Angst mehr / vor meiner Zukunft, / nur diese schwarzen Glocken / im Gesicht." (S. 42)
Neben den Gedichten versammelt der Band auch eine Reihe von Songtexten wie z. B. „Mathilde“ (S. 52f.), ein Lied über den 1902 hingerichteten Räuber und Polizistenmörder Mathias Kneißl, den seine Geliebte Mathilde Schreck an die Polizei verraten hat. Wer nach „Das Ding und Alfredo Garcia“ Ausschau hält, findet „Mathilde“ auch auf YouTube. Tragisch. Schön. Unbedingt anschauen!

27. August 2016

Er dichtet was keiner zu denken wagt Porträt im regionalem Feuilleton der Augsburger Allgemeine

von William Harrison-Zehelein:

 

Wenn sich Benedikt Maria Kramer an seinen Schreibtisch setzt, um zu schreiben, ist es meist Nacht. In der Dunkelheit blüht der 36-Jährige auf. Gedanken rasen durch seinen Kopf, er beginnt sein Leben zu reflektieren und Gedichte zu schreiben. Stundenlang sitzt der Augsburger dann in seiner bescheidenen Wohnung, kratzt sich am Drei-Tage-Bart, rauft sich das blonde Haar, raucht Zigarette um Zigarette und schreibt sich die Seele aus dem Leib.

 

Da er nicht ausschließlich vom Schreiben leben kann, arbeitet der Schriftsteller im Nebenberuf als Barkeeper und steht als Teil des Musikduos „Das Ding & Alfredo Garcia“ regelmäßig auf der Bühne. Irgendwann will er aber ohne Zweitjobs über die Runden kommen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist sein erstes Buch, der Gedichtband „Glücklichsein ist was für Anfänger“. Es ist ein Sammelwerk der Gedichte, die Kramer in vielen langen Nächten an seinem Schreibtisch verfasst hat.

 

Die Gedichte handeln ausschließlich von realen Ereignissen in Kramers Leben. Sie sind ehrlich, derb und – wie der Buchtitel – oft auch ernüchternd. Es geht um tiefgründige Themen wie Glück, Familie, Liebe, Sehnsucht und Sex. Aber auch um die alltäglichen Probleme des Lebens wie Geld, Arbeit, Einsamkeit und Streit. Er verwendet dabei eine klare und einfache Sprache. Der Schweizer Autor Andreas Niedermann verglich Kramer jüngst mit dem US-Schriftsteller und Dichter Charles Bukowski. Wie Bukowski schreibt Kramer hart, obszön und direkt. Sein Vorbild ist jedoch ein Anderer: Franz Dobler. Der Allgäuer Schriftsteller wohnt nur einen Steinwurf von Kramers Wohnung im Augsburger Hochfeld. „Er ist eine Inspiration für mich“, sagt Kramer. In Anlehnung an Doblers „Bastard“-Magazin gründete er 2010 das Literaturmagazin „Superbastard“.

 

Das Schreiben fing mit einer tiefen Lebenskrise vor acht Jahren an. 2008 trennte sich Kramer von seiner ersten großen Liebe. Er war damals erfolgreicher Filmregisseur, hatte 2005 sogar eine Nominierung für den besten deutschen Nachwuchsfilm („Die neuen Mieter“). Sein Weg schien steil nach oben zu führen. Es kam anders. Nach dem Beziehungsaus stürzte Kramer ab, betäubte sich mit Alkohol. „Es blieben aus dieser Zeit hübsche Narben“, sagt er. Um diese Narben zu verarbeiten, begann er zu schreiben. Das war nicht neu für ihn, schließlich hatte er jahrelang Drehbücher geschrieben. Nun aber verfasste er literarische Texte und Gedichte. Das Schreiben wurde für ihn zu einer Art Zwang. „Das Schreiben ist das beste Mittel, mit mir selbst zurechtzukommen. Es ist zugleich die Suche nach mir, als auch eine Flucht vor mir“, sagt Kramer.

 

Etliche Jahre zuvor hatte er die Schule frühzeitig verlassen – auch aus disziplinarischen Gründen. Den Wandel vom Kind zum Erwachsenen empfand er als heftig und schmerzhaft. Kramer begann eine dreijährige Lehre zum Steinmetz im Betrieb seines Vaters, die er abschloss. „Ich habe erstmals gespürt, wie sich richtiges Arbeiten anfühlt und schnell festgestellt: Das möchte ich nicht.“ Zudem habe er ein dickeres Fell bekommen, sei reifer und selbstständiger geworden. Nach der Lehre holte er das Abitur nach. Es folgten mehrere Studiengänge, die Kramer allesamt abbrach, um sich dem Filmen zu widmen. Das lief bis zu besagter Lebenskrise gut. Dann kam das Schreiben.

 

„Ich habe begriffen, dass die Welt weder schön noch hässlich ist, sondern etwas Absurdes dazwischen“, sagt Kramer. Deswegen auch der Buchtitel. „Wenn du einmal erkennst, dass Glücklichsein etwas für Anfänger ist, erreichst du nie mehr jenen vermeintlich unbeschwerten Zustand, in dem man seine Ängste verdrängt.“ Kramer spricht langsam. Jedes Wort scheint wohl überlegt zu sein. So wie in seinen Gedichten. „Klar, ich habe Haare auf der Brust und ich habe einen Penis. Aber ich bin kein Mann. Ich bin ein kleines Mädchen in Ballettschuhen“, schreibt Kramer beispielsweise über sein Rollenverständnis.

 

Auf den ersten Blick vermögen seine Worte zu schockieren. Man muss sie oft zwei- oder dreimal lesen, um auf ihre wahre Bedeutung zu kommen. „Ich versuche das auszusprechen, was man nicht zu denken wagt“, sagt Kramer. Tabus gibt es nicht. Auffällig ist in den Gedichten auch der wiederkehrende Bezug zur Heimat. So rauscht er in seinen Gedichten den Perlachberg hinunter, lungert auf den Stufen der Augsburger Haifischbar herum und verirrt sich im Wittelsbacher Land: „Ich bin ein Augsburger Pflänzchen, das seine Wurzeln immer wieder gerne in Stadt und anliegende Landkreise schlägt.“

Kramer will seinen Lebensstil ändern, keine Nachteule mehr sein. Das nächste Buch ist in Arbeit. Es soll im November erscheinen. Wieder wird er in den Tiefen seiner selbst wühlen und, wie er es selbst formuliert, alles zulassen, nichts mehr empfinden und den Zusammenstoß suchen, „wie ein Eisberg auf der Suche nach einem Dampfer“. 

10. August 2016

Urs Böke auf ratriot.de:

 

Wer einen verletzlichen Dichter sucht, dessen Tränen im Bier landen, ohne dass Scham ein nötiger Begriff wäre, liegt sehr gut mit Glücklichsein ist was für Anfänger von Benedikt Maria Kramer.

"Du schreibst und hast Angst/ vor dem Alien in deinem Bauch/ deine Worte sind Eisberge...// wie ein Eisberg auf der Suche/ nach einem Dampfer"; Kramer nimmt uns mit in seine persönliche Hölle, auf die Suche nach Identität, Geborgenheit und vielleicht auch sich selbst, weil er ein Fallender ist, rastlos, entkräftet und dabei immer der Balsam auf seiner eigenen Wunde.

Große, ehrliche Poesie. Holy & cool.

6. Juni 2016

Susann Klossek schreibt in ihrem Blog:

 

Glücklichsein ist was für Anfänger und gleichnamiges Lyrik-Debüt von Benedikt Maria Kramer nichts für Pussys. Wer Kramers Schreibe kennt – zum Beispiel aus seinem hauseigenen Literaturmagazin SUPERBASTARD –, fragte sich sowieso schon seit Jahren, wieso es so lange gedauert hat, bis seine Texte in einem eigenen Buch veröffentlicht wurden.

 

Nun ist es da, erschienen in Andreas Niedermanns Songdog Verlag (http://songdog.at/) Wien, und haut dem geschätzten Leser eine geballte Ladung Leben in die Visage. Und dieses Leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Kramer verzichtet von Anfang an darauf, dem Leser gefallen zu wollen. Er erzählt die ungeschminkte Wahrheit. Virtuos spinnt er kleine Dramen um Verzweiflung, Angst und Einsamkeit /wenn du jetzt umkippst, rettet dich niemand/, über Zärtlichkeit und Verlust-Schmerz und in den Sand gesetzte Beziehungen /Wo bist du Baby? Dein Äffchen sehnt sich nach deinem blassen Arsch/. Und immer bleibt der Traum von der vollkommenen Liebe:

 

/Ich komme
in dir
in Jesus
in allem
in Gott/

 

Kramer ist /ein kleines Mädchen in Ballettschuhen/, das man umarmen will, weil es mal wieder eine Pirouette versaut hat oder dem man links und rechts eins auf die Backen geben möchte, weil er einen schmerzhaft an die eigenen Unzulänglichkeiten erinnert.

 

Kramers Geschichten lauern überall. Ein Entziehen ist nicht möglich. /Jede Nacht ein Gedicht und nichts zu verlieren, außer Geduld./ Dabei ist der Autor manchmal /ein Eisberg auf der Suche nach einem Dampfer/, viel mehr aber noch ein Dampfer auf der Suche nach dem finalen Eisberg.

Auch wenn die Texte mitunter schwer und auf den ersten Blick deprimierend wirken, schafft es Kramer doch immer wieder, auf den letzten Metern das Ruder nochmal rumzureißen. Nach der Lektüre fühlt man sich zweifelsohne besser. Weil man weiß, da draußen ist einer, dem es ähnlich geht wie einem selbst. Oder noch beschissener. Vor allem aber, weil es verdammt gute Texte sind.

 

/Warum den Tempel anzünden?
Warum nicht?/