RABENBAD

Sie können sich vor Ihrer Steuer oder dem Abwasch drücken, aber der neuen Augsburger Kapelle Rabenbad kommen Sie nicht aus. Da sind zum einen die Lyrics von Dichter und Sänger Bene M. Kramer: ein bemerkenswerter Mix aus zärtlich-lakonischer Poesie und einer fiebrigen Kaltschnäuzigkeit, die an Blixa Bargeld erinnert. Kramer hat den Drive zur Wahrheit. Und die Band weiß, wo sie ihn findet, fängt ihn ab und auf, orchestriert mal poppig, mal düster, konterkariert bluesig und löst funky auf. Für die Stilsicherheit in der enormen Bandbreite sorgt nicht zuletzt »Das Ding« alias Florian Schanz an Klavier und Orgeln; für den anarcho-dreamy Input F. Karate Karlstetter an der Gitarre; für den souverän cheeky Attack kein anderer als S. de Nobili (San Antonio Kid) an den Trommeln. Oho, die Jungs sind begabt und haben mega Spaß und es tut nur gut, ihnen zuzusehen und zuzuhören.
Wer die Chance hat, Rabenbad live zu sehen, sollte da schnell hin. Mindfuck versprochen.

 

 

Am Steckerlfischstand stand // ein Mädchen mit Fisch in der Hand. // Ich gab ihr Geld // gleich neben dem Schaller-Zelt // für die Runde retour // in der Leopardenspur. // »Und jetzt nochmal rückwärts. // Jetzt gehts rund.« // Wir flohen im Kreis // und küssten uns wund // und die Lichter blinkten bunter // und die Fliehkräfte ließen uns // nicht mehr voneinander runter.